Wissenswertes

Was ist der Unterschied zwischen einem Dolmetscher und einem Übersetzer?

Der Übersetzer überträgt Texte schriftlich von einer Sprache in die andere. Der Dolmetscher hingegen überträgt mündlich das gesprochene Wort.

Obwohl beides sehr ähnlich erscheint, sind es zwei unterschiedliche Berufsbilder. Es wird gesondert eine jeweilige Prüfung abgelegt.
Nicht jeder Übersetzer ist auch automatisch Dolmetscher, und umgekehrt.

Wie erkenne ich einen qualifizierten Übersetzer?

Die Bezeichnungen Übersetzer und Dolmetscher sind nicht geschützt, es kann sich also jeder so nennen. Geschützt sind nur Zusätze wie "staatlich geprüft" oder "Diplom-", die auf eine entsprechende Ausbildung hinweisen, sowie "beeidigt" bzw. "vereidigt"(in Bayern).
Da Fremdsprachenkenntnisse alleine für die Arbeit als Übersetzer bzw. Dolmetscher nicht ausreichen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass Ihr Sprachdienstleister entweder eine entsprechende Ausbildung oder langjährige Berufserfahrung vorweisen kann.

Fragen Sie also Ihren Sprachdienstleister, wo und wie er seine Qualifikationen erworben hat. Wenn Sie hier auf Nummer sicher gehen wollen, wählen Sie jemanden, der Mitglied im Bundesverband der Übersetzer und Dolmetscher ist. Alle Mitglieder müssen bei Eintritt Ihre Qualifikationen nachweisen, und werden nur unter diesen aufgelistet.

Warum sollte ein Übersetzer Muttersprachler sein?

Hier gehen die Meinungen auseinander. Ich bin jedoch überzeugt davon, dass man nur beim Übersetzen in seine eigene Muttersprache einwandfreie Qualität liefern kann.

Sollten Sie eine Übersetzung in die Fremdsprache wünschen, empfehle ich Ihnen gerne einen qualifizierten muttersprachlichen Kollegen.

Freier Übersetzer oder Übersetzungsagentur?

Übersetzungsagenturen bieten Übersetzungen in alle Sprachen und in allen Fachgebieten an. Dies stellen sie durch Zusammenarbeit mit einem weiten Netzwerk an Freiberuflern sicher. Eine gut geführte Agentur kann vor allem bei Übersetzungsprojekten mit mehreren Sprachen von Vorteil für Sie sein, da die Agentur das Projektmanagement übernimmt, und Sie nicht selbst für jede Sprache einen Übersetzer suchen müssen. Gute Agenturen arbeiten nur mit qualifizierten, d.h. ausgebildeten und geprüften Übersetzern. Fragen Sie hier unbedingt nach! Für ihre Dienstleistungen schlägt die Agentur ihre Marge auf den Preis des Übersetzers auf.

Ein freiberuflicher Übersetzer ist von Vorteil, wenn Sie eine einzelne Übersetzung, oder auch einen ständigen Bedarf in immer derselben Sprachrichtung haben. Der Übersetzer ist dann direkter Ansprechpartner. Details, Fragen und Ihre besonderen Wünsche können nicht verloren gehen.
Sie können sich zudem sicher sein, dass alle Übersetzungen immer von derselben Person angefertigt werden, und der Übersetzer sich mit jedem Auftrag mehr auf Ihr Unternehmen spezialisiert. Es entsteht ein persönliches Vertrauensverhältnis. Und schließlich entfallen die Kosten für die Vermittlung.

Was ist eine Normzeile bzw. eine Zielzeile?

Eine Normzeile besteht aus 55 Zeichen inklusive Leerzeichen.

Eine Zielzeile ist die Normzeile der fertigen Übersetzung. Die Übersetzung wird nach Zielzeilen abgerechnet wenn die Wörter des Ausgangstextes nicht elektronisch gezählt werden können.

Gibt es Unterschiede beim Dolmetschen?

Es gibt grundsätzlich zwei Arten des Dolmetschens:

Konsekutivdolmetschen
Beim Konsekutivdolmetschen sitzt der Dolmetscher mit den Gesprächspartnern am Tisch. Gedolmetscht wird nach jedem Gesprächsbeitrag. Hält einer der Sprecher einen längeren Vortrag so notiert sich der Dolmetscher das Gesprochene mithilfe einer Notizentechnik für Dolmetscher.

Simultandolmetschen
Beim Simultandolmetschen wird zeitgleich gedolmetscht. Während der Sprecher seinen Vortrag hält überträgt der Dolmetscher die Rede in die Fremdsprache. Der Dolmetscher sitzt hierfür idealerweise in einer Dolmetschkabine, hört den Vortrag über Kopfhörer und gibt ihn über ein Mikrofon an die fremdsprachigen Konferenzteilnehmer weiter.

Welche Art Dolmetscher benötige ich?

Beim Konsekutivdolmetschen muss dem Dolmetscher zwischen den Beiträgen genug Zeit gelassen werden, um das Gesprochene in die Fremdsprache zu übertragen. Er hat durch den direkten Kontakt zu den Sprechern allerdings die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen, sollte etwas unklar sein. Dies kann Missverständnisse verhindern. Es empfiehlt sich für Aufträge, bei denen nur wenige fremdsprachige Teilnehmer anwesend sind. Der Gast kann dadurch von „seinem“ Dolmetscher individueller und persönlicher betreut werden. Der Konsekutivdolmetscher wird oft auch Verhandlungsdolmetscher genannt.

Simultandolmetschen ist direkt und schnell. Es entsteht kein Zeitverlust. Der Dolmetscher ist in seiner Kabine auch vor störenden Hintergrundgeräuschen geschützt und kann sich optimal auf die Verdolmetschung konzentrieren. Simultandolmetschen ist allerdings meist deutlich teurer, da Technik und Dolmetschkabinen, sowie für jedes Sprachpaar mindestens zwei Dolmetscher benötigt werden.
Aus diesem Grund kommt Simultandolmetschen hauptsächlich bei großen internationalen Konferenzen zum Einsatz und wird auch Konferenzdolmetschen genannt.

Sollten Sie nicht sicher sein, welche Art Dolmetscher Sie benötigen, berate ich Sie natürlich gerne.

Welche Unterlagen braucht ein Dolmetscher zur Vorbereitung?

Eigentlich alles, was Sie an Unterlagen rund um die Veranstaltung haben. Auch wenn Ihnen etwas unwichtig erscheint, wie zum Beispiel das Menü für das Mittagessen oder Ihre einleitenden Begrüßungsworte, sollten Sie es dem Dolmetscher zur Verfügung stellen. Für ihn könnte es durchaus hilfreich sein.

Fragen Sie auch die Referenten, ob diese ihre Beiträge ausformulieren oder sich zumindest Stichpunkte dazu notieren. Auch diese sollten an den Dolmetscher gehen, da sie meist Fachbegriffe enthalten, die dann vorab recherchiert werden können.

Bedenken Sie: Je besser sich der Dolmetscher vorbereiten kann, desto reibungsloser verläuft die Veranstaltung.

Was ist eine beglaubigte Übersetzung bzw. eine Beglaubigung?

Mit den entsprechenden Qualifikationen kann sich ein Übersetzer am Landgericht seines Wohnortes beeidigen lassen. Die Beeidigung gilt bundesweit, auch wenn der Übersetzer seinen Wohnort wechselt. Ist ein Übersetzer beeidigt kann er Übersetzungen beglaubigen. Dazu bringt er den Beglaubigungsvermerk, seinen Rundstempel sowie seine Unterschrift auf der Übersetzung an.

Der Beglaubigungsvermerk besagt, dass die Übersetzung richtig und vollständig ist, und ob dem Übersetzer das Original des Dokuments vorgelegt wurde. Die Bezeichnung „beeidigt“ bzw. „vereidigt“ (in Bayern) sind gesetzlich geschützt. Nur öffentlich bestellte und allgemein beeidigte Übersetzer haben das Recht ihre Übersetzungen zu beglaubigen

Schweigepflicht?

Beeidigte Dolmetscher sind verpflichtet, keinerlei Informationen über den Inhalt eines Auftrages, Auftraggeber, Ort etc. weiterzugeben. Sie unterliegen den gesetzlichen Regelungen der Schweigepflicht (§§ 203 u. 204 StGB).

das wasserzeichen